Dienstag, 8. August 2017

Auswirkungen des Geburtenknicks in Ostdeutschland (2016)

Der Geburtenknick Anfang der 1990er Jahre in den Neuen Bundesländern (Ostdeutschland) zeigt bis heute seine Auswirkungen. Aber auch der nach dem Geburtenknick erfolgte Geburtenanstieg hat bis heute Auswirkungen.

Altersunterschied Paare Geburtenknick Geschlechterverteilung Ostdeutschland

Durch den durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren in Deutschland ist das Verhältnis der Geschlechterverteilung durch den Geburtenknick und den Geburtenanstieg stark beeinflußt worden.

Der durchschnittliche Altersunterschied von Paaren liegt in Deutschland bei 4,5 Jahren. Dabei ist der Mann älter und die Frau jünger.
Im folgenden Diagramm zeigen die grafisch dargestellten statistischen Zahlen des Geburtenknicks und des Geburtenanstiegs in den 1990er Jahren anhand vom Land Brandenburg die Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis.

Wegen des durchschnittlichen Altersunterschieds von Paaren ist die Geschlechterverteilung in Deutschland um 4,5 Jahre verschoben. Nicht die Geschlechter ein und desselben Jahrgangs stehen im Verhältnis zueinander, sondern die Geschlechter mit einem Geburtsjahr-Unterschied von 4,5 Jahren.
Beispiel: Die Männer mit Geburtsjahr 1990 stehen im Verhältnis zu den Frauen mit Geburtsjahr 1994/95. Insbesondere bei Geburtenknicken und starken Geburtenanstiegen hat das immense Auswirkungen.

Altersunterschied Paare Geburtenknick Geschlechterverteilung Ostdeutschland

Beim durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren von 4,5 Jahren (Mann älter und Frau jünger) kommen in Brandenburg auf jede von 1992 bis 1994 geborene Frau zwei Männer. Im Umkehrschluss kommt auf zwei Männer nur eine Frau. Eine Single-Rate von 50% ist bei den männlichen Geburtsjahrgängen von 1987 bis 1989 statistisch vorprogrammiert.

Bei Frauen mit Geburtsjahr von 1997 bis 1999 besteht hingegen bei einem durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren von 4,5 Jahren (Mann älter und Frau jünger) im Jahr 2015 ein durchschnittlicher Frauenüberschuß von 13%. Das bedeutet, dass beim durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren auf 130 Frauen nur 100 Männer kommen. Statistisch gesehen können hier 3 von 10 Männern zwei Frauen haben.

Der Bevölkerungszuwachs bei den Männern mit Geburtsjahr von 1992 bis 1996 verändert die Geschlechterverteilung im durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren positiv.

Bei Frauen mit Geburtsjahr von 2001 bis 2005 verändert der Bevölkerungszuwachs bei den Männern mit Geburtsjahr von 1997 bis 2001 die Geschlechterverteilung im durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren negativ.

Der statistisch erhobene durchschnittliche Altersunterschied von Paaren bezieht sich auf alle Geburtsjahrgänge. Nach Geburtsjahren oder Altersjahren differenzierte Zahlen zum Altersunterschied von Paaren liegen nicht vor.

Warum im Durchschnitt bei Paaren die Frau jünger und der Mann älter ist, ist ein eigenes Thema. Geburtenknicks scheinen darauf keinen besonderen Einfluß zu haben.
Da immer weniger Frauen als Männer geboren werden ist für eine ausgewogene Geschlechterverteilung mit einem typischen Altersunterschied von Paaren mit Frau jünger und Mann älter eine stetig leicht ansteigende Geburtenrate die ideale Voraussetzung. Insbesondere Geburtenknicks verändern die Geschlechterverteilung im durchschnittlichen Altersunterschied von Paaren stark negativ.

Inwieweit ein Geburtenknick Auswirkungen auf die Zeugungsrate einer im Geburtenknick geborenen Person hat ist ebenfalls ein eigenes Thema. Für den Geburtenknick in den 1960/70er Jahren wird die Anti-Baby-Pille verantwortlich gemacht. Für den Geburtenknick in der ehemaligen DDR Anfang der 1990er Jahre die poltische Wende. Dabei fällt auf, dass die im 1960/70er-Geburtenknick geborenen zum Zeitpunkt des 1990er-Geburtenknicks im durschnittlichen Alter zum Kinder zeugen waren. Also ist es möglich, dass der Geburtenknick der 1960/70er mit eine Ursache für den Geburtenknick in den 1990er Jahren war. Denn auch in Westdeutschland gab es ab Anfang der 1990er Jahre einen Geburtenrückgang, der tendenziell bis 2010 anhielt. Es ist also möglich, dass der Geburtenknick in den 1990er Jahren ein Nachhall des Geburtenknicks in den 1960/70er Jahren ist. Allerdings scheint dieser danach verhallt zu sein.

Altersunterschied Paare Geburtenknick Geschlechterverteilung Ostdeutschland

Altersunterschied Paare Geburtenknick Geschlechterverteilung Ostdeutschland

Zuwanderung und Abwanderung hat zwar Einfluß auf die Geschlechterverteilung, aber keinen besonders großen.

Mehr detallierte grafisch dargestellte Statistiken zu den Geburtenraten, zur Geschlechterverteilung und der Geschlechterverteilung mit Altersunterschieden für jedes Geschlecht und jedes Bundesland in Deutschland und Österreich auf penultima.de.
Penultima.de/sexratio


Rohdaten-Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2015, Genesis-Online; 
Datenlizenz: dl-de/by-2-0 
Darstellung: eigene Berechnung/eigene Darstellung.