Donnerstag, 27. Oktober 2016

Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin)

Das Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin) wurde 1990 als "Verteidigungsbezirkskommando 100 / Standortkommandantur Berlin" aufgestellt und war von 1990 bis 2013 das für Berlin zuständige Landeskommando der Bundeswehr. Es hatte den Rang eines Verteidigungsbezirkskommandos und wurde deshalb auch Verteidigungsbezirkskommando 100 (VBK 100) genannt. 1997 wurde es in Standortkommando Berlin umebannt.


Verbandsabzeichen vom Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin)
Verbandsabzeichen vom Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin)

Das interne Verbandsabzeichen vom Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin)
Ein weißes französisches Schild mit schwarzem Saum.
Ein Eisernes Kreuz mit nach innen versetztem silbernen Saum und silberner Absetzkante, bei dem die den Saum überragenden Flächen schwarz sind. Im Pfahl des Kreuzes oben eine Krone und unten das Stiftungsjahr vom Eisernen Kreuz "1813". Im Balken des Kreuzes (heraldisch) vorne/rechts ein nach (heraldisch) vorne/rechts ausgerichtetes Eichenlaubblatt und hinten/links ein nach (heraldisch) hinten/links ausgerichtetes Eichenlaubblatt. An der Herzstelle belegt mit einer rot gesäumten silbernen Scheibe mit einem nach (heraldisch) vorne/rechts schreitenden schwarzen, rot bezungten und rot bewehrten Bären (Berliner Bär). In einfacherer Ausführung ist der Bär schwarz bezungt und schwarz bewehrt.

Die Verteidigungsbezirkskommandos (VBK) unterstanden den Wehrbereichskommandos (WBK). Die Verteidigungsbezirkskommandos waren ab 2001 in der Territorialen Wehrverwaltung der Bundeswehr die untersten Kommandobehörden. 2007 wurden die Verteidigungsbezirkskommandos durch die Landeskommandos (LKdo), Bezirksverbindungskommandos (BVK) und Kreisverbindungskommandos (KVK) ersetzt.

Das Verteidigungsbezirkskommando 100 wurde 1990 erstmals aufgestellt. 1997 erfolgte die Umbennenung in Standortkommando Berlin. Bis Mitte 2007 behielt es den Rang eines Verteidigungsbezirkskommandos (VBK). Ab 2007 übernahm es die Aufgaben des (nicht aufgestellten) Landeskommando Berlin.
Im Jahr 2013 wurde das Standortkommando Berlin aufgelöst.

Erster Standort: Kaserne des Telegraphen-Bataillon Nr. 1 der preußischen Armee, Berlin-Treptow (heute Bundeskriminalamt)
1992: Garde-Schützen-Kaserne, Berlin-Lichterfelde
1992: Kaserne Rummelsburg, Berlin-Rummelsburg
1995: Kaserne Am Weidendamm, Berlin-Mitte
1995: Julius-Leber-Kaserne, Berlin-Wedding

Von 1997 bis 2002 war das Jägerbataillon 1 "Berlin" (JgBtl 1) dem Standortkommando Berlin unterstellt. Davor hieß es von 1990 bis 1997 Jägerbataillon 581 (JgBtl 581) und war der Panzerbrigade 42 "Brandenburg" unterstellt.

Bei der der Potsdamer Konferenz auf Schloss Cecilienhof im Jahr 1945 wurden nicht nur durch Harry S. Truman die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki angeordnet und durch Josef Stalin das Ende Preußens vollzogen, sondern auch beschlossen dass in Berlin kein deutsches Militär mehr aufgestellt wird. Die anfallenden Aufgaben wurden von den Alliierten Kommandanturen übernommen. Die DDR hatte 1962 dennoch mit Billigung der UdSSR eine Stadtkommandantur Berlin (Stadtkommandantur der Hauptstadt der DDR) aufgestellt, die bis 1971 in Karlshorst und danach am Alexanderplatz stationiert war.
Mit der Aufstellung des Verteidigungsbezirkskommando 100 im Jahr 1990 wurde erstmals nach 1945 wieder regulär deutsches Militär in Berlin aufgestellt.

Gliederung im Heer der Zukunft (2001 bis 2006)
Bundeswehr (Heer)
-Wehrbereichskommando III (WBK III), Erfurt
-- Landeskommando Brandenburg (LKdo Brandenburg), Potsdam
-- Landeskommando Anhalt (LKdo Anhalt), Magdeburg
-- Landeskommando Sachsen (LKdo Sachsen), Dresden
-- Landeskommando Thüringen (LKdo Thüringen), Erfurt
-- Standortkommando Berlin (StOKdo Berlin), Berlin
--- Stabs- und Versorgungskompanie
--- Feldjägerbataillon 350 (FJgBtl 350), Berlin und Storkow (Mark)
--- Stabsmusikkorps der Bundeswehr (StMusKorps Bw), Berlin
--- Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung (WachBtl BMVg), Berlin und Siegburg

Die Aufgaben des Standortkommandos Berlin wurden 2013 durch den "General für Standortaufgaben Berlin" im Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr (KdoTerrAufgBw) übernommen.


(Alle Angaben ohne Gewähr)